Eugen Napoleon Neureuther
Künstlerischer Leiter 1847 - 1862
Laut Reskript vom 20. Dezember 1847 wurde Eugen Napoleon Neureuther die Aufsicht über die Manufaktur ab dem 1. Januar 1848 übertragen. Mit dem spätromantischen Maler, Graphiker und Kunstgewerbler Eugen Napoleon Neureuther (1806-1882) zog der Zeitstil des Historismus in Nymphenburg ein. Er orientierte sich an Ornamenten und Motiven der Gotik. Das umfangreiche Geschirrprogramm wurde dem Geschmack des Publikums entsprechend gestaltet (bisher hatte man noch Porzellane im antikischen Stil angeboten) und 1851 auf der Londoner Weltausstellung gezeigt. Neureuther arbeitete nach dem Leitsatz, dass „das Prinzip des Schönen auch beym unbedeutendsten Gefäße festgehalten werden solle“. Während seiner 15-jährigen Schaffenszeit vollendete er das Onyx-Service, schuf etwa 400 verschiedene Geschirre und Gefäße, darunter Zierhumpen, Bier- und Methkrüge (hier ist der Schwanenpokal für Hohenschwangau hervorzuheben) sowie verschiedene Statuetten wie Bräubursch, Kellnerin und Münchner Bürgersfrau. 1852/53 entwickelte er im Auftrag von König Max II. Joseph ein großes Jagdservice in den gerundeten Formen des Neorokokos. Trotz seines großen Engagements konnte Neureuther den zeitbedingten wirtschaftlichen Niedergang der Manufaktur nicht aufhalten, was letztendlich zur ersten Verpachtung (1862) an Karl Arendts und Ferdinand Scotzniovsky führte.
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