Massemühle

Die Herstellung der richtigen Mischung aus Kaolin, Feldspat und Quarz ist eine Kunst, die die Porzellan Manufaktur Nymphenburg in über 260 Jahren verfeinert hat. Mit dem Anspruch auf höchste Qualität und Reinheit wird in Nymphenburg auch heute noch die Masse von Hand hergestellt und nicht wie üblich fertig angekauft. Der Produktionsprozess ist aufwändig und zeitintensiv. Vom Ansetzen der Porzellanmasse bis zum Einsatz als Endprodukt vergehen etwa drei Jahre.

Reinstes Kaolin, geschlämmt nach strengen Kontrollen und Vorgaben von Nymphenburg, grauer Feldspat und opaker Quarz höchster Qualität sind die Grundbestandteile des Nymphenburg Porzellans. Sie erreichen die Manufaktur in Pulverform, lagern in Holzverschlägen und werden schließlich nach geheimer Rezeptur, die der Porzellanmasse die charakteristische Geschmeidigkeit sichert, gemischt. Das spezielle Mischungsverhältnis ergibt einen besonders harten und transluzenten Scherben. Dieser bringt die später mit feinen Pinseln aufgetragenen Farben erst richtig zum Leuchten. In Kugelmühlen aus dem 19. Jahrhundert wird die künftige Porzellanmasse zwei Tage und zwei Nächte vermengt, dann durch ein Netz gepresst, das feiner ist als ein Nylonstrumpf, um auch die letzten Grobpartikel zu entfernen. Anschließend werden mit Magneten auch noch die kleinsten verfärbenden Metallpartikel entzogen und die Masse in einem Holzbottich mit einem Quirl geschmeidig gerührt. Von dort geht es in die Presse, die der Masse das Wasser entzieht und sie in Platten drückt. Diese Platten werden nun im Maukkeller der Manufaktur bis zur Verarbeitungsreife mehrere Jahre gelagert. Anschließend geknetet und entlüftet, wird die Masse in der Dreherei der Manufaktur weiterverarbeitet.

Nymphenburg verzichtet als einzige Manufaktur auf den Einsatz einer Vakuumstrangpresse, um die Masse zu lüften und zu homogenisieren. Dieser für die Weiterverarbeitung der Masse entscheidende Prozess wird in der Porzellan Manufaktur aufwändig manuell mit einem Schlagring betrieben. Der Vorteil der zeitintensiven Verarbeitung von Hand: Die Masse wird plastischer und lässt sich später besser zu dem hauchdünnen Scherben ausformen, der Nymphenburg Porzellan auszeichnet. Demgegenüber würde sich der Druck, den eine Vakuumstrangpresse bei der Entlüftung auf die Masse ausübt, negativ auf deren Textur und Geschmeidigkeit auswirken. Keine Maschine kann die Feinheit der Hand ersetzen.

« Wasserkraft · Massemühle · Dreherei »