Adelbert Niemeyer

Adelbert Niemeyer wurde 1867 in Warburg, Westfalen geboren und studierte an der Düsseldorfer Akademie der Bildenden Künste Malerei. 1888 zog es ihn nach Paris an die Académie Julien, eine der bekanntesten privaten Kunstakademien ihrer Zeit. 1892 gehörte Niemeyer, der sich Zeit seines Lebens gegen die starren Hierarchien des Kunstbetriebs wehrte, zu den Gründungsmitgliedern der Künstlervereinigung Münchener Sezession. Zehn Jahre später war er Mitbegründer der Münchener Werkstätten für Wohnungseinrichtung, die 1907 in den Deutschen Werkbund übergingen. Ziel des Werkbundes war es, die Qualität handwerklicher Kultur in die damals beginnende Massenproduktion einzubringen.

Niemeyer setzte dem prunkvollen Historismus und Jugendstil mit seinen Entwürfen Schlichtheit und Anmut entgegen. Ab 1905 war Niemeyer für die Porzellan Manufaktur Nymphenburg tätig. Hier entwarf er das auch heute noch hergestellte, zylindrische SPEISESERVICE 820 sowie das TEE- UND KAFFEESERVICE 811 in betont sachlichem Stil. Wie er selbst sagte, sind dies beides Service, die „einfach, praktisch und elegant [sind], ohne jedoch im Geringsten an den gottlob überwundenen Jugendstil zu erinnern.“* Auch seine Vasen und seine Porzellankörbe mit durchbrochenem Rand zeugen von zeitlosem Design.

* in: Alfred Ziffer, Die Künstler des 20. Jahrhunderts. Nymphenburger Porzellan, München 1997, S. 42.

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