Hermann Gradl

Über den Bildhauer, Kunstmaler und Entwerfer Hermann Gradl (den Älteren) sind wenige Informationen zu finden. Sicher ist, dass er 1869 in Dillingen geboren wurde, über seine Ausbildung ist jedoch kaum etwas bekannt.

Für Nymphenburg war Gradl von 1899 bis 1905 tätig. Schon im ersten Jahr dieser Zusammenarbeit entwarf Gradl für die Porzellan Manufaktur das extravagante Fischservice BELLE EPOQUE – bestehend aus 16 Tellern, Fischplatte, Saucière und Kartoffelschale, die allesamt mit verschiedenen naturalistischen Fischmotiven bemalt sind. Erstmalig präsentiert wurde es 1900 auf der Pariser Weltausstellung, wo es als eines der gelungensten Beispiele des floralen Jugendstils mit dem „Grand Prix“ prämiert wurde. Daneben hat Hermann Gradl verschiedene Blumendekore für die Form MODERN von Max Rossbach entworfen. Einer dieser Dekore, das bekannte Ginkgo-Motiv – ebenfalls 1900 in Paris präsentiert – schmückt bis heute das Service von Rossbach. Und auch Gradls BELLE EPOQUE gehört nach wie vor zum festen Repertoire der Porzellan Manufaktur Nymphenburg. Mit Gradls Rückzug auf sein 1905 gekauftes Anwesen am Ammersee endete die fruchtbare Zusammenarbeit. Hermann Gradl starb 1934 in Landsberg am Lech.

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