AMP Bar Set

Tobias Rehberger zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Deutschlands. Das Oeuvre des 1966 in Esslingen am Neckar geborenen Bildhauers zeichnet sich durch eine große mediale Vielfalt aus, es verbindet Malerei, Bildhauerei, Design, Grafik und Architektur.
Rehbergers Werke lassen sich weder einem speziellen Medium noch Thema zuordnen, Hoch- und Subkultur verschmelzen und irritieren die gewohnte Wahrnehmung. Aus den unterschiedlichsten Materialien erarbeitet der Künstler Skulpturen, Installationen, Poster, Gemälde sowie ganze Environments und generiert ein Themenspektrum, das von optischen Täuschungen über Identitätsspiele bis hin zu Fragen der Vergänglichkeit reicht. Häufig steht der Entstehungsprozess selbst im Mittelpunkt seiner Kunst, zudem arbeitet Rehberger oft aus der eigenen Erinnerung heraus oder lässt sich von überholten Herstellungsverfahren inspirieren.
Bei der Edition „AMP“, die 2017 in Kooperation mit Nymphenburg entstand, knüpft Rehberger an eine Tradition aus dem Mittelalter an: Tumbler, Bier- und Schnapsbecher des so genannten „Herrengedecks“ sind so geformt, dass der Gast sie nicht abstellen kann. Denn wer sein Trinkgefäß in der Hand hält, behält es stets im Blick und verhindert, dass in einem unbeobachteten Moment Gift in das abgestellte Gefäß geschüttet wird.
Neben bedeutsamen Gruppenausstellungen wurde Rehbergers Oeuvre international auch in umfangreichen Einzelausstellungen gewürdigt; etwa 2014 in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main, 2008 im Stedelijk Museum, Amsterdam, 2005 im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid sowie 2002 im Palais de Tokyo, Paris. Für die Neugestaltung der Café-Bar in den Giardini der 53. Biennale di Venezia erhielt er 2009 den Goldenen Löwen für den besten Künstler. Sein Projekt „24 Stops“ verbindet seit 2016 zwei neuralgische Punkte der Ästhetik: den Vitra Campus in Weil am Rhein und die Fondation Beyeler im Schweizer Riehen.
Von 1987 bis 1993 studierte Rehberger bei Thomas Bayrle und Martin Kippenberger an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt am Main. Seit 2001 hat er ebendort die Professur für Bildhauerei inne, bis 2015 war er Prorektor der Hochschule. Rehberger lebt und arbeitet in Berlin und Frankfurt am Main.

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