Bayerisches Königsservice

Der wegweisendste Entwurf des böhmischen Bildhauers Dominikus Auliczek ist das Service Perl im Louis-Seize-Stil, das seinen Namen einem Perlstab verdankt, der alle Einzelstücke umrandet. Erstmals in der europäischen Porzellangeschichte legte Auliczek einem Service eine Zwölfeckform zugrunde – anstelle der üblichen gerundeten For¬men. Mit Sepia-Veduten und üppiger blau-goldener Dekoration verziert, war es als bayerisches Königsservice bis Anfang des 20. Jahrhun¬derts ausschließlich dem Hause Wittelsbach vorbehalten. 1918 wurde dieses legendäre Service zur Goldenen Hochzeit von König Ludwig III. und Marie-Therese als Sonderanfertigung mit Miniaturmalereien der wichtigsten Lebensstationen des Königspaares gefertigt. Bis heute fasziniert es mit Vedutenmalerei auf höchstem Niveau: Ob Schlossmotiv, Fantasielandschaft oder individuelle Miniaturen, frei von Hand gemalt, tragen sämtliche Veduten die Handschrift der Meistermaler der Manufaktur.

Die von den Nymphenburg Spezialisten von Hand gemalten Veduten und aufwändige Goldstaffage des Originaldekors aus dem 18. Jahrhundert werden in der zeitgenössischen Variation durch nur noch angedeutete Randzeichnungen und sich nahezu auflösende Veduten hervorgehoben. So betont das „Vierteldekor“ nur noch einzelne charakteristische Partien und legt damit die Schönheit, die im Detail liegt, frei.

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