Sigmund Reichsgraf von Haimhausen
Direktor 1751 – 1793
1751 ernannte Kurfürst Max III. Joseph den Reichsgrafen von Haimhausen zum Obrist-Münzmeister und Ober-Bergdirektor. Unter anderem mitverantwortlich für die Gründung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und später ihr Präsident, wurde Reichsgraf von Haimhausen ein bedeutender Förderer der Wirtschaft und frühen Industrie in Bayern. Für die Porzellan Manufaktur war sein Wirken von existentieller Bedeutung: Kurfürst Max III. Joseph hatte nach jahrelangen erfolglosen Versuchen hochwertiges Porzellan herzustellen, die finanzielle Unterstützung eingestellt. Zwischen 1751 und 1755 investierte Graf Haimhausen knapp 10.000 Gulden aus eigener Tasche. Nur durch sein persönliches Engagement und die von ihm betriebene Anstellung des Arkanisten Joseph Jakob Ringler im Jahr 1753 konnte ein Jahr später die Produktion von echtem Porzellan in der Manufaktur gelingen. Auf Haimhausens Betreiben hin wurde die Manufaktur am 30. Mai 1754 schließlich in den bayerischen Behördenorganismus aufgenommen und dem Münz- und Bergwerks-Kollegium und damit ihm selbst unterstellt. Im gleichen Jahr trat der Tessiner Franz Anton Bustelli als Vorstand der Bossierstube und späterer Modellmeister in die Manufaktur ein. Mit seinem künstlerischen Wirken beginnt die erste Blütezeit der Manufaktur, die bis 1767 anhält. 1761 zieht die Manufaktur von Neudeck in das Schlossrondell nach Nymphenburg, wo sich auch heute noch der weltweit einzige Produktionsstandort der Manufaktur befindet. Als Nachfolger des im Alter von 40 Jahren früh verstorbenen Franz Anton Bustelli stellt Graf Haimhausen 1763 Dominikus Auliczek ein.
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