Unterglasurmalerei
Die Unterglasurmalerei ist eine spezielle Technik der Porzellanbemalung, bei der die Farbe noch vor dem zweiten Brand auf das unglasierte Porzellan aufgetragen wird. Diese Technik wurde 1903 in Nymphenburg eingeführt und erlebte in der Zeit des Jugendstils ihren Höhepunkt. Bis heute wird sie von den Nymphenburg Meistern mit höchster Perfektion auf zahlreichen Tierplastiken und Figuren ausgeführt.
Dank ihrer sanften, gedeckten Töne und der fließenden Übergänge ist diese Maltechnik bestens für die Gestaltung von Tierfellen, Gefiedern und fein bekleideten Figuren geeignet. Bei der Unterglasurbemalung wird die Farbe noch vor der Glasur mit Pinsel oder Aerograph auf den Scherben aufgetragen. Dabei wird stets mit den dunkelsten Farbtönen begonnen. Für die helleren Partien wird die Farbe stellenweise mit besonderen Pinseln abgetragen und anschließend überarbeitet. Farbtöne, die bei der Bemalung deckend übereinander gelegt werden, erscheinen nach dem Brand transparent. Die fein abgestuften Farbvariationen, die sich aus diesen Schichtungen ergeben, werden in ihrer Brillanz zusätzlich durch verschiedene Arten der Glasur betont.
Die für die Unterglasur verwendeten Farben müssen besonders hitzeresistent sein: Sie werden im zweiten Brennprozess auf 1.400 °C erhitzt – eine Temperatur, der nur wenige Farben standhalten. Trotz dieser Anforderungen ist es der Porzellan Manufaktur Nymphenburg gelungen, hierfür eine einzigartig breite und fein abgestufte Palette von Farbpigmenten zu entwickeln.
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