MEHR DRAN: MEIN LIEBLINGSSTÜCK Copia sagten die Römer zur Fülle – und gaben dem Überfluss eine Gestalt. Abundantia, die Göttin mit dem Füllhorn, aus dem Früchte, Blumen und Ähren hervorquellen. Cumberland sagen Porzellan-Kenner – und meinen das aufwändigste Dekor, das weltweit zu finden ist. Für Patricia Freimuth, Marketingchefin der Nymphenburger Manufaktur, ist die Tasse des Service nicht nur das Lieblingsstück, sondern auch ein Symbol: „Seit fünf Jahren trinke ich jeden Morgen, wenn ich in die Manufaktur komme, meinen Tee aus einer Cumberland-Tasse. Sie markiert den Wechsel vom Privatleben zur Arbeit, ihr exquisiter Look setzt Maßstäbe für alle Aufgaben, die anstehen, und die opulente Bemalung mit Blumen, Schmetterlingen und Insekten ist so beruhigend wie ein kleiner Spaziergang durch den Schlosspark." Das Lieblingsstück bleibt wohlweislich immer im Office, denn zu Hause toben zwei kleine Rabauken durch die Zimmer. Immerhin: Ein Versteckspiel hat Franz Anton Bustelli in seinem Entwurf, der 1765 von Joseph Zächenberger bemalt wurde, auch eingebaut. „Ist der Tee ausgetrunken, entdeckt man auf dem Boden noch eine kleine Blüte”, erzählt die 40-Jährige, und lacht: „Das ist eine angenehmere Überraschung, als daheim auf Bauklötze zu treten." |