Josef Wackerle

Josef Wackerle

Josef Wackerle, 1880 in Partenkirchen geboren, wurde an der Kunstgewerbeschule und der Akademie der Bildenden Künste in München zum Bildhauer ausgebildet. 1906 übernahm er die künstlerische Leitung der Porzellan Manufaktur Nymphenburg, bevor er 1909 an die Kunstgewerbeschule in Berlin berufen wurde. 1917 kehrte er als Lehrer an die Münchner Kunstgewerbeschule zurück, ab 1923 lehrte er an der Akademie der Bildenden Künste München. Wackerles Werk umfasst Porzellan- und Majolikaplastiken ebenso wie großformatige Skulpturen und baugebundene Arbeiten. Seine Formensprache verbindet Einflüsse des Jugendstils mit einer zunehmend klassizistisch geprägten figürlichen Bildhauerei.

Mit der Porzellan Manufaktur Nymphenburg verband Wackerle eine Zusammenarbeit, die 1905 begann und über 50 Jahre andauerte. Er prägte insbesondere die figürliche Plastik und die Majolika der Manufaktur im frühen 20. Jahrhundert. Zu seinen Porzellanentwürfen gehören die Dame im Sessel von 1906 und die Skiläuferin von 1909. Zugleich erschloss Wackerle der Nymphenburger Majolika neue Dimensionen: Für die Ausstellung München 1908 entwarf er acht großformatige Parkfiguren, für die Weltausstellung in Brüssel 1910 monumentale Papageien und Kakadus. 1922 entstand für die Deutsche Gewerbeschau in München ein Majolika-Tempel mit den lebensgroßen Vier Erdteilen – Personifikationen von Europa, Asien, Afrika und Amerika. Wackerles Arbeiten erweiterten damit die traditionelle Nymphenburger Figurenkunst um monumentale Skulpturen für Gärten, Architektur und den öffentlichen Raum.