Rachel Feinstein

Rachel Feinstein

Rachel Feinsteins Werk umfasst Skulpturen, Installationen, Zeichnungen und Malerei und verbindet Einflüsse aus unterschiedlichen Epochen und Bildwelten. Barock und Rokoko treffen auf christliche Ikonografie, traditionelle Märchen und zeitgenössische Popkultur. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen Themen wie Weiblichkeit, Schönheit und die Konstruktion von Fantasiewelten, die Feinstein häufig zu komplexen, raumgreifenden Environments entwickelt. 2018 ließ sie sich von den Rokoko-Sockeln des Nymphenburger Modelleurs Franz Anton Bustelli zu lebensgroßen Gartenskulpturen inspirieren. 2020 widmete ihr das Jewish Museum in New York mit Maiden, Mother, Crone ihre erste Retrospektive. Feinstein lebt und arbeitet in New York.

Gemeinsam mit Gagosian entwickelte Rachel Feinstein für die Porzellan Manufaktur Nymphenburg die Edition Secrets, eine Gruppe von acht handbemalten Porzellanfiguren. Ausgangspunkt war eine lebensgroße Figurengruppe, die Feinstein 2018 für ihre erste große Einzelausstellung bei Gagosian in Los Angeles geschaffen hatte. In Secrets setzt sie sich mit der Bildwelt von Victoria’s Secret und deren Inszenierung idealisierter weiblicher Körper auseinander. Die makellosen Models verwandeln sich in Feinsteins Figuren in groteske, burleske Charaktere, während luxuriöse Dessous und Schmuck in leuchtende, beinahe schlammartig wirkende Farbflächen übergehen. In der Übertragung in Porzellan verbindet Feinstein die Tradition der figürlichen Plastik Nymphenburgs mit einer zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Schönheit, Konsum und Weiblichkeit.

2026 setzte Feinstein die Zusammenarbeit mit Nymphenburg für ihre Ausstellung Fates bei Gagosian in Athen in einem neuen Maßstab fort. Inspiriert von Karyatiden, weiblichen Figuren, die in der antiken Architektur als tragende Säulen dienten, entstanden in den Werkstätten der Manufaktur die monumentalen Majolikafiguren Helen und Petra. Inklusive Sockel erreichen sie jeweils eine Höhe von 2,40 Metern. Feinstein arbeitete dabei unmittelbar mit den Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern der Manufaktur zusammen. Der Aufbau in Terrakotta, die außergewöhnlichen Dimensionen und die direkte Bemalung des gebrannten Materials machten die beiden Figuren zu einem technisch wie bildhauerisch anspruchsvollen Projekt.