Friedrich von Gärtner

Friedrich Wilhelm von Gärtner, im Dezember 1791 in Koblenz geboren, avancierte nach seinem Architekturstudium an den Kunstakademien in München und Paris binnen kürzester Zeit zu einem der bedeutendsten Baumeister im Königreich Bayern unter Ludwig I.

Gärtner, der nach Ende seines Studiums 1814 mehrere Jahre in Rom, Neapel und auf Sizilien verbrachte, war bereits 1819 als Professor der Baukunst an die Akademie nach München berufen worden. Mit seinem klassizistischen Stil prägte er wie kein zweiter das Münchener Stadtbild: Er baute die Ludwigskirche. Außerdem wurden unter seiner Leitung Gebäude wie die heutige Bayerische Staatsbibliothek, das Universitätsgebäude, die Feldherrenhalle und das Siegestor errichtet.

1822 ernannte König Max I. Joseph den damals 31jährigen Architekturprofessor zum künstlerischen Leiter der Manufaktur – eine überraschende und zugleich treffsichere Wahl. Die Prunkvase, die er zum 66. Geburtstag des Königs entworfen hatte und die zugleich sein erstes Werk für die Manufaktur war, bescherte Gärtner außerordentlichen Erfolg. König Ludwig I., der Sohn von Max I. Joseph, beauftragte ihn schließlich 1833 mit Entwurf und Herstellung des sogenannten ONYX SERVICE. Dem Service, das erst nach Gärtners Tod im Jahr 1847 vollendet wurde, liegen Werke der Königlichen Glyptothek als Motivvorlagen zugrunde. Es befindet sich heute im Münchener Residenzmuseum.

Fotos: © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, © Kinold, 1992

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